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	<title>FWS Forschungsinstitut</title>
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	<description>FWS Forschungsinstitut - aktuelle gesellschaftliche Ereignisse und Entwicklungen</description>
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		<title>Zu viel Aufregung um den “Peak Oil”</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 10:45:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Fokus]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Thema “peak oil” wird in der Schweiz von Nicht-Ökonomen propagiert. Der Verein “Association for the Study of Peak Oil Switzerland” (ASPO) verbreitet die Botschaft vom nahenden Produktionsmaximum beim Erdöl. Der ASPO-Vorstand besteht aus zwei Historikern, einem Rechtsanwalt, zwei Geologen, einem Chemiker und einem Dokumentarfilmer. Die Absenz von Ökonomen dürfte erklären, weshalb die ASPO den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema “peak oil” wird in der Schweiz von Nicht-Ökonomen propagiert. Der Verein  “Association for the Study of Peak Oil Switzerland” (ASPO) verbreitet die Botschaft vom nahenden Produktionsmaximum beim Erdöl. Der ASPO-Vorstand besteht aus zwei Historikern, einem Rechtsanwalt, zwei Geologen, einem Chemiker und einem Dokumentarfilmer. Die Absenz von Ökonomen dürfte erklären, weshalb die ASPO den “peak oil” primär als physisches Endlichkeitsproblem darstellt. Auf der ASPO-Website steht zu lesen:<br />
<em>Peak Oil ist ein Fachausdruck &#8230;, der &#8230; mit „globales Produktionsmaximum von Erdöl“ übersetzt wird. Jedes Erdölfeld und auch jedes Erdölland besitzt ein Produktionsprofil, das mit „Null“ beginnt, auf ein Fördermaximum (Peak) ansteigt, und mit der Zeit wieder auf „Null“ zurückgeht&#8230;. Die Welterdölproduktion ist in den letzten 150 Jahren stets angestiegen, wird aber vermutlich vor dem Jahr 2020 den Peak Oil erreichen und danach wieder auf „Null“ absinken. Auch nach dem Peak gibt es noch Erdöl, aber von Jahr zu Jahr weniger. </em>Die ASPO erwartet Preisschocks und warnt, das Erreichen des globalen “peak oil” werde “nicht nur den Erdölpreis sondern die ganze Gesellschaft fundamental verändern.” Etwas Dramatik kann nie schaden, wenn man öffentlich Gehör finden will. Allerdings übertreiben “Peak oil”-Aktivisten die Bedeutung des “peak oil” für die Weltwirtschaft.</p>
<p><strong>“Moving peak oil”</strong><br />
Ökonomisch gesehen gibt es keine endlichen, sondern nur mehr oder weniger knappe Ressourcen. Dies gilt auch für Wind- oder Sonnenenergie, nur sind dort die Ressourcen für die Umsetzung in konsumierbare Energie knapp. Knappheit ist kein physisches Phänomen eines nur in geringer Menge verfügbaren Gutes, sondern eine relative Grösse, nämlich das Verhältnis zwischen Angebots- und Nachfragemengen. Knappheit hat ihr (relatives) Mass auf freien Märkten im Preis, der sich aus diesem Verhältnis bildet. </p>
<p>Schon im Gefolge der düsteren Prognosen des Club of Rome in “Grenzen des Wachstums” (1972) und unter dem Eindruck der Ölkrisen der 1970er Jahre hatten Warnungen vor der Erschöpfung fossiler Energievorräte Hochkonjunktur. Doch musste der prognostizierte Zeitpunkt der Erschöpfung bzw. des Fördermaximums immer wieder hinausgeschoben werden. Der “peak oil” ist vom Ölpreis abhängig: Bei hohem Ölpreis lohnt es sich, Lagerstätten selbst zu höheren Kosten weiter abzubauen und in Technologie zu investieren. Mit steigendem Ölpreis und technologischem Fortschritt in Exploration und Produktion verschiebt sich der “peak oil” in die Zukunft. </p>
<p><strong>Abbildung 1: Entwicklung der globalen Erdölreserven und -produktion seit 1980<br />
(1980 = 100)<br />
</strong><br />
<em>Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2010</em></p>
<p><a href="http://www.e-fws.org/wp-content/uploads/2011/04/abb_peak11.gif"><img src="http://www.e-fws.org/wp-content/uploads/2011/04/abb_peak11-300x195.gif" alt="" title="abb_peak1" width="300" height="195" class="alignleft size-medium wp-image-749" /></a></p>
<p>Abbildung 1 vermittelt das Bild eines “moving peak oil”. Die mit verfügbarer Technologie und unter den jeweils herrschenden wirtschaftlichen Bedingungen förderbaren Erdölreserven haben sich seit 1980 verdoppelt. Die Produktion stieg zwischen 1980 und 2009 nochmals um gut ein Viertel. Im Kontrast zu Warnungen vor der  Erschöpfung der Ölvorräte verbesserte sich das Verhältnis zwischen Reserven und Produktion (R/P ratio) um über 50 Prozent. Während die 1980 bekannten Erdölreserven beim damaligen Produktionsvolumen nur noch für 29 Jahre gereicht hätten, waren es 2009 fast 46 Jahre. Diese Fakten sind zwar für das Verständnis der “peak oil”-Problematik nützlich, doch die drängendere Frage lautet: Gerät die Welt nach Überschreiten des Fördermaximums in Konflikte um die sich verknappende Ressource?</p>
<p><strong>Preisschocks? Nicht Neues<br />
</strong><br />
Vor zwei Jahren sagte Christophe de Margerie, CEO des Ölkonzerns Total, in einem Interview, die weltweite Ölproduktion werde bald ihr Maximum erreichen, und die Nachfrage könne dann nicht mehr gedeckt werden. Ob die Nachfrage gedeckt werden kann oder nicht, ist jedoch eine Frage des Ölpreises. Effektive oder erwartete Verknappungen haben schon in der Vergangenheit zu grossen Preisausschlägen geführt (Abbildung 2). </p>
<p><strong>Abbildung 2: Entwicklung des Rohöl-Spotpreises (Dubai) in $/bbl</strong><br />
<em>Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2010</em></p>
<p><a href="http://www.e-fws.org/wp-content/uploads/2011/04/abb_peak21.gif"><img src="http://www.e-fws.org/wp-content/uploads/2011/04/abb_peak21-300x231.gif" alt="" title="abb_peak2" width="300" height="231" class="alignleft size-medium wp-image-758" /></a></p>
<p>Die grössten Preisschocks erlitten die Volkswirtschaften der Verbraucherländer durch die beiden Ölkrisen der 1970er-Jahre. Entgegen allen Prognosen sank der Ölpreis in den 1980er-Jahren wieder und blieb lange auf tiefem Niveau. Erst seit dem Jahr 2000 stieg der Ölpreis erneut an  &#8211;  im Zeitraum von weniger als acht Jahren um ca. das Fünffache. Im Unterschied zu den früheren Ölkrisen reagierte aber die Weltwirtschaft in jüngerer Zeit viel weniger empfindlich auf Preisschocks. Dies gilt auch für starke kurzfristige Ausschläge wie wir sie 2008/2009 erlebt haben. Selbst die enorme Volatilität zwischen 40 und 145$ pro Fass vermochte den Gang der Weltwirtschaft kaum zu stören.</p>
<p><strong>Kein Grund zur Panik</strong><br />
Problematisch wird es, wenn aus pessimistischen Zukunftsbildern präventiv staatliche Regulierungs- und Fördermassnahmen abgeleitet werden, zum Beispiel eine kostspielige Förderung erneuerbarer Energien. Die Fehleranfälligkeit staatlicher Lenkung ist hoch, weil die Informationsanforderungen betreffend die Folgen politischer Interventionen nicht zu bewältigen sind. Zu diesen Folgen gehören auch die Opportunitätskosten, d.h. die Verzichtskosten, die dadurch entstehen, dass man einen Franken nur für einen Zweck ausgeben kann. Der entgangene Nutzen des Verzichts auf andere Verwendungen wird in der politischen Debatte gerne unterschlagen. Wenn es einen staatlichen Finanzierungstopf für die Förderung von Solarstrom gibt, heisst das noch lange nicht, dass dies auch ein ökonomisch sinnvolles Förderprogramm ist. </p>
<p>Natürlich ist es nützlich, in die Zukunft zu blicken und vor möglichen negativen Entwicklungen zu warnen. Nur sollte man dabei auf Erfahrungen aus der Vergangenheit bauen. Diese lehren, dass die Weltwirtschaft Ölpreisschocks bisher gut bewältigt hat. Unsere Volkswirtschaften sind dynamische Gebilde. Die Menschen sind erfinderisch, wenn ihr Handeln durch rechtsstaatliche Institutionen und Wettbewerb auf offenen Märkten bestimmt wird. “Peak oil”-Alarmismus ist fehl am Platz. Wer sich die ökonomische Perspektive zu eigen macht, kann die Dinge gelassener angehen. Allerdings verliert das Phänomen damit sein Potenzial für politisch einträgliche Dramatik.</p>
<p><em>Dieser Text erschien leicht redigiert  in der NZZ-Ausgabe vom 17. März 2011 in &#8220;Fokus der Wirtschaft&#8221;</em></p>
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		<title>DRS2: Reportage aus der Armutshauptstadt Deutschlands</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 11:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediawatch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mail an Radio DRS2 vom 7. März 2011: Zu Ihrer Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 3. März: &#8220;Leipzig &#8211; Armutshauptstadt Deutschlands&#8221;: Man weiss am Schluss nicht recht, war das nun eine Sendung über arme Menschen in Leipzig oder über systemische Aspekte und Ursachen von Armut. Das erste war einigermassen abgedeckt, für das zweite fehlten schlicht die massgebenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mail an Radio DRS2 vom 7. März 2011:</p>
<p>Zu Ihrer Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 3. März: &#8220;Leipzig  &#8211;  Armutshauptstadt Deutschlands&#8221;: </p>
<p>Man weiss am Schluss nicht recht, war das nun eine Sendung über arme Menschen in Leipzig oder über systemische Aspekte und Ursachen von Armut. Das erste war einigermassen abgedeckt, für das zweite fehlten schlicht die massgebenden Erkenntnisse der ökonomischen Forschung, speziell zum Thema Arbeitsmarkt sowie Langzeitarbeitslosigkeit als Armutsrisiko. Dazu ein paar Fragen und Kommentare.</p>
<p>1. DRS-Sendungen über Armut verdrängen systematisch die zentrale Rolle und Verantwortlichkeit einer schlechten Wirtschaftspolitik für Langzeit-Arbeitslosigkeit, die ein höheres Armutsrisiko darstellt. Die grossen Unterschiede zwischen europäischen Ländern müssten doch inzwischen auch in den Redaktionsstuben unserer Staatsmedien bekannt sein. Der enge Zusammenhang zwischen hoher Arbeitslosigkeit und schädlichen Arbeitsmarktregulierungen (sozialpartnerschaftliche Tarifkartelle mit flächendeckender Lohn-Regelungskompetenz, rigider Kündigungsschutz, zu hohe gesetzliche Mindestlöhne etc.) ist von der ökonomischen Wissenschaft hinlänglich untersucht und empirisch erhärtet. Deutschland rangiert in Sachen Regulierung der Arbeitsmärkte in internationalen Vergleichen notorisch auf hinteren Positionen. Man muss annehmen, dass man bei DRS2 unter der Fuchtel des Zwangs zu politischer Ausgewogenheit davor zurückschreckt, solche wissenschaftlichen Erkenntnisse zu präsentieren. Dies weil es auch in der Schweiz mindestens eine grosse Partei gibt, die unseren Arbeitsmarkt am liebsten nach dem Muster Deutschlands oder noch weiter regulieren möchte.</p>
<p>2. Ankündigung der Sendung: &#8220;Selbst Investitionen von Konzernen, Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, Sozialpläne verhindern nicht, dass immer mehr Menschen in die Armut abgleiten..&#8221; sowie einleitender Satz der Moderation: &#8220;Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich auch in Europa immer weiter&#8230;&#8221; Diese Ankündigungen gaben der ganzen Sendung einen latent anklagenden Ton, der dem Hörer suggerierte, mit unserer Wirtschaft (Marktwirtschaft) sei wohl etwas nicht in Ordnung und es brauche deshalb mehr Staat, um Armut zu mildern.</p>
<p>Fragen: Auf welche statistischen Fakten stützten sich diese floskelhaften Behauptungen, die in den Medien dauernd rezykliert, aber kaum je durch eine sorgfältige Analyse hinterfragt oder bewiesen werden? (Der Hinweis auf eine DIW-Studie im Schlusssatz der Sendung ist als Legitimation viel zu pauschal). Weshalb haben wir heute bei Staatsquoten von 45 bis 55 Prozent ein Armutsproblem, während ein solches vor 45 Jahren bei nur halb so grossen Staatsquoten und kinderreichen Familien ohne doppeltes Einkommen kaum ein Thema war? Ist vielleicht auch die vom überzogenen Sozialstaat geförderte schleichende Auflösung der &#8220;Wirtschaftsgemeinschaft Familie&#8221; &#8211; immer mehr Einpersonen-Haushalte und Alleinerziehende &#8211; daran schuld?</p>
<p>3. Fall &#8220;Bernd der Seemann&#8221;: Hat nach drei Jahren als Obdachloser wieder einen Job und kommt nun im Anzug daher.</p>
<p>Fragen: Sollte dies nicht zur Frage anregen, ob dieser Typ vielleicht nicht bloss ein Einzelfall sein könnte? Ob vielleicht zwischen dem Segment der untersten Einkommensklasse und den oberen Einkommenssegmenten eine gewisse Durchlässigkeit und Mobilität besteht? Indem nämlich gar nicht immer die gleichen Leute arm sind oder bleiben, sondern manche den Aufstieg bzw. den Ausstieg aus der Armut wieder schaffen, quasi als Gegenstrom zum beklagten &#8220;Abgleiten in die Armut&#8221;? Und: Was für staatliche Arbeitsmarkthindernisse und Fehlanreize gibt es, die diese Mobilität beeinträchtigen?</p>
<p>4. Hinweis auf das Vorbild nordischer Länder für den politischen Ausgleich zwischen Armen und Reichen: Einverstanden, so hat etwa Dänemark eine vorbildlich liberale Arbeitsmarktordnung, an der sich Deutschland ein Beispiel nehmen könnte, zum Vorteil der Arbeitslosen. Es ist viel wirksamer, Armut „indirekt“ über eine gute Wirtschafts- und Sozialpolitik anzugehen als simpel populistisch durch noch mehr direkte Umverteilung, weil ja bei „den Reichen“ stets noch genug da sei für die Armen. Der Hinweis, dass es in Deutschland trotz wachsender Armut immer mehr Milliardäre gebe, ist ein äusserst fragwürdiges &#8220;Argument&#8221; in der Armutsdiskussion, weil suggeriert wird, der wachsende Reichtum ganz oben gehe auf Kosten derjenigen ganz unten bzw. man müsse nur mehr von den Superreichen nach unten umverteilen, um Armut zu vermindern. Das funktioniert nicht nur quantitativ nicht, sondern ist auch systemisch eine Illusion. Zudem gibt es so wie unten auch ganz oben Auf- und Abstiege.</p>
<p>5. Fazit: Bei DRS2 fehlt offenbar ein analytisch fundiertes Inhalts-Controlling. Ein solches braucht es vor allem für Sendungen, in denen Behauptungen über wirtschaftliche und gesellschaftliche Zustände verbreitet werden, deren Wahrheitsgehalt sich anhand von verfügbaren Daten und Analysen ohne weiteres überprüfen liesse. Nicht immer würde dies allerdings zu den eindeutigen Aussagen führen, die aus moralisierenden Positionen gerne resultieren, im Gegenteil. Gerade der Rückgriff auf fundiertes Wissen hätte zur Folge, dass Botschaften wie diejenige über die &#8220;sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich&#8221; oder die vom der &#8220;drohenden Klimakatastrophe&#8221;, nicht mehr in der für die schweizerischen Staatsmedien typischen apodiktischen Form verkündet werden könnten.</p>
<p>Freundliche Grüsse<br />
Hans Rentsch</p>
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		<title>Radio DRS2: Systematische Begriffsverwirrung</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 11:27:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediawatch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mail an Radio DRS2 vom 1. März 2011: Guten Tag Die Redaktorin meldet, 78% der amerikanischen Juden hätten liberal gewählt, nämlich Obama. Obama ist aber nach europäischer Auffassung ein ziemlich linker Sozialdemokrat, für mehr Staat(sausgaben), massive staatliche Regulierung, gewaltige Umverteilung etc. Mit liberal in unserem europäischen Sinne hat das überhaupt nichts zu tun. &#8220;Links&#8221; (kollektivistisch-staatsgläubig) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mail an Radio DRS2 vom 1. März 2011:</p>
<p>Guten Tag</p>
<p>Die Redaktorin meldet, 78% der amerikanischen Juden hätten liberal gewählt, nämlich Obama. Obama ist aber nach europäischer Auffassung ein ziemlich linker Sozialdemokrat, für mehr Staat(sausgaben), massive staatliche Regulierung, gewaltige Umverteilung etc. Mit liberal in unserem europäischen Sinne hat das überhaupt nichts zu tun. &#8220;Links&#8221; (kollektivistisch-staatsgläubig) und &#8220;liberal&#8221; (individualistisch-staatskritisch) sind ideengeschichtliche Gegensätze. In den Redaktionsstuben von DRS2 will man offenbar der Hörerschaft unbedingt die amerikanische Begrifflichkeit aufzwingen  &#8211;  &#8220;liberals&#8221; sind dort die Linken  &#8211;  wohl weil man sich selber natürlich als liberal sieht und trotzdem links und staatsgläubig tickt.</p>
<p>Geistige Manipulation durch Begriffe ist eine subtile Form der politischen Beeinflussung, für die es keine institutionalisierte Klagemauer gibt.</p>
<p>Freundliche Grüsse<br />
Hans Rentsch</p>
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		<title>Radio DRS2: Analytisch auf der Nulllinie</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 11:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediawatch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mail an Radio DRS2 vom 27. Januar 2011: Guten Tag Frau Schett ist bei DRS2 offenbar zuständig für die kritiklose Propagierung von Sachbüchern, deren analytischer Gehalt insbesondere aus ökonomischer Sicht gegen Null tendiert. Was dieser Historiker Straub an wirren Verknüpfungen und Geistessprüngen von Kapitalismus zu Nationalsozialismus und Kommunismus macht (an allem sind die &#8220;Werte&#8221; schuld), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mail an Radio DRS2 vom 27. Januar 2011:</p>
<p>Guten Tag</p>
<p>Frau Schett ist bei DRS2 offenbar zuständig für die kritiklose Propagierung von Sachbüchern, deren analytischer Gehalt insbesondere aus ökonomischer Sicht gegen Null tendiert. Was dieser Historiker Straub an wirren Verknüpfungen und Geistessprüngen von Kapitalismus zu Nationalsozialismus und Kommunismus macht (an allem sind die &#8220;Werte&#8221; schuld), ist geradezu abenteuerlich. Es gilt ja bloss, seine These von der &#8220;Tyrannei der Werte&#8221; mit irgendwelchen abstrusen Bezügen und Begrifflichkeiten zu stützen. Die behaupteten Befindlichkeiten &#8220;vieler Menschen&#8221;, die unter den &#8220;gesetzten Werten&#8221; unter Druck geraten und daran leiden, werden durch keinerlei erhobene Fakten (zum Beispiel aus Befragungen) gestützt. Solche Befragungen zeigen etwa, dass die Leute in wohlhabenden, d.h. marktwirtschaftlich-rechtsstaatlich organisierten Staaten, also in einer &#8220;ökonomisierten&#8221; Gesellschaft am glücklichsten sind. Der Gipfel der Unsachlichkeit wurde erreicht als Straub faselte, die Würde des Menschen bleibe heutzutage oft auf der Strecke, wobei er suggerierte, früher &#8211; d.h. zu feudalistischen Zeiten als die Tugenden des Adels massgebend waren &#8211; , sei es mit der Menschenwürde offenbar besser gewesen. Schwachsinniger geht&#8217;s nicht mehr&#8230;</p>
<p>Als Zwangsgebührenzahler fordere ich die DRS2-Redaktion ein weiteres Mal auf, endlich zu versuchen, sich aus ihren Befangenheiten zu lösen und auch mal Stimmen zu Wort kommen zu lassen, welche die real existierenden Zustände in Politik und Wirtschaft aus einer (radikal-)liberalen Warte kritisch kommentieren, statt immer nur aus dieser langweiligen und analytisch schwachen Sicht der Marktwirtschafts- und Kapitalismusskepsis des Mehrheitsjournalismus.</p>
<p>Ich empfehle zur aufklärenden Lekture das Buch von Thomas Sowell &#8220;Intellectuals and Society&#8221;. Der Ökonom kritisiert, dass sich Intellektuelle aus einem Gefühl der Selbstüberschätzung zu Dingen äussern, von denen sie gar nichts verstehen oder nichts verstehen wollen, weil es ihr Weltbild stören würde. Er weist anhand von Beispielen nach, wie Intellektuelle (Nicht-Ökonomen) mit &#8220;verbal virtuosity&#8221; den schwachen analytischen und empirischen Gehalt ihrer vorgefassten Meinungen übertünchen, worauf die Leute leider immer wieder reinfallen.</p>
<p>Freundliche Grüsse<br />
Hans Rentsch</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Radio DRS2: &#8220;Wenn Wettbewerb nur Unsinn produziert&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 09:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediawatch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mail an Radio DRS2 zur Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 16. November 2010 (leicht redigiert): Guten Tag Als Zwangsgebührenzahler stelle ich fest: Ein weiterer markt- und wettbewerbskritischer Beitrag, diesmal mit dem &#8220;Nischen-Ökonomen&#8221; Binswanger (im Sinne seiner eigenen Worte) über sein neues Buch. Offenbar meint man in den Redaktionen der Schweizer Staatsmedien, Gesellschaftskritik erschöpfe sich darin, Kritiker von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mail an Radio DRS2 zur Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 16. November 2010 (leicht redigiert):</p>
<p>Guten Tag</p>
<p>Als Zwangsgebührenzahler stelle ich fest: Ein weiterer markt- und wettbewerbskritischer Beitrag, diesmal mit dem &#8220;Nischen-Ökonomen&#8221; Binswanger (im Sinne seiner eigenen Worte) über sein neues Buch. Offenbar meint man in den Redaktionen der Schweizer Staatsmedien, Gesellschaftskritik erschöpfe sich darin, Kritiker von Marktwirtschaft und Kapitalismus zu Wort kommen zu lassen. Werde ich es noch erleben, dass irgendwann einmal ein politik- und staatskritischer Ökonom seine Meinung verbreiten darf? Anlass dazu gäbe es genug, und sei es nur, um die vor allem von Nicht-Ökonomen stereotyp verbreitete Pauschalbehauptung vom Primat des Marktes über die Politik zu relativieren. </p>
<p>Gerade Binswanger hat dazu ein paar schöne Beispiele genannt, allerdings mutwillig verkehrt aufgehängt an seinem Buchthema: Die Bürokratisierung in Bildung und Gesundheitswesen hat natürlich politisch-staatliche Ursachen, weil man Markt und Wettbewerb nicht zulassen will, der im Gegensatz zu den pauschalen Behauptungen von Binswanger in viel grösserem Ausmass möglich wäre, als es heute der Fall ist. Gerade das Gesundheitswesen (KVG) ist mit seinen wegen Fehlanreizen ausufernden Kosten ein eklatantes Beispiel von Politikversagen. Fragen Sie dazu mal Prof. Jürg Sommer von der Uni Basel, aber auch ihn ohne &#8220;korrigierende&#8221; Gegenmeinung! In diesem Zusammenhang: Die Behauptung von Binswanger, heute mache man undemokratische Gesundheitsreformen ohne die Ärzte, ist schlicht und einfach falsch. Der frühere Gesundheitsminister Couchepin, der es wissen musste, sagte dazu: Eine Gesundheitsreform ohne die Ärzte ist in der Schweiz nicht möglich. Und weshalb kosten wohl Laboruntersuchungen und medizinische Geräte in der Schweiz drei bis vier Mal so viel wie in Deutschland? Weil wir zu viel Markt und Wettbewerb haben? Genau das Gegenteil ist der Fall. Das Schweizer Gesundheitswesen ist staatlich überreguliert, und ständig wird mit dem Killer-Argument &#8220;Gefahr der Zweiklassen-Medizin&#8221; jegliche wirksame Reform abgewürgt. Stattdessen schräubelt man ein wenig an Medikamentenpreisen und lenkt mit Kritik an der Pharmalobby von den wahren Ursachen des Schlamassels ab.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es einfach zuviel verlangt, von einem staatlichen Monopolmedium staats- und politikkritische Beiträge zu erwarten, die den übermässigen staatlichen Einfluss auf unsere Gesellschaft und die zunehmende Einschränkung der individuellen Wahl- und Handlungsfreiheit thematisieren. Klar, wenn halt in den Redaktionen drei Viertel der Mitarbeiter zu linken Parteien neigen, entsteht dieses Klima des ideologischen Einheitsbreis, das nicht zuletzt auch so langweilige und völlig unkritische Moderationen hervorbringt wie in dieser Kontextsendung mit Binswanger. Keine einzige kritische Frage, nur Stichwörter, damit die Binswangers oder andere Befragte ihre Thesen erläutern können. Um da auch mal kritisch entgegenzuhalten, bräuchte es allerdings Moderatoren mit dem notwendigen (ökonomischen) Fachwissen. Aber es sieht ganz danach aus, als seien die Staatsmedien und besonders DRS2 vor allem auch schön bezahlte Fluchtorte für Phil I-er(innen)  -  eine Fachrichtung, wo der Hochschuloutput an Absolventen die Nachfrage bekanntlich permanent übersteigt</p>
<p>Freundliche Grüsse<br />
Hans Rentsch</p>
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		<title>Radio DRS2: &#8220;Demokratie in der Krise&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 09:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mediawatch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mail an Radio DRS2 zur Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 5. November 2010: Guten Tag   Die Tendenz Ihrer (wirtschafts-)politischen Sendungen ist ein dauerndes Ärgernis. Einmal mehr beglückten Sie in der heutigen Kontext-Sendung den zwangsgebührenbesteuerten Zuhörer mit einer einseitigen Runde von sogenannten Experten: zwei Politologen (mit bekannten ideologischen Neigungen) und einem Philosophen. Wenn man seriös über Demokratie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Mail an Radio DRS2 zur Sendung &#8220;Kontext&#8221; vom 5. November 2010:</span></p>
<div><span style="color: #000000;">Guten Tag</span></div>
<div><span style="color: #000000;"> </span></div>
<div><span style="color: #000000;">Die Tendenz Ihrer (wirtschafts-)politischen Sendungen ist ein dauerndes Ärgernis. Einmal mehr beglückten Sie in der heutigen Kontext-Sendung den zwangsgebührenbesteuerten Zuhörer mit einer einseitigen Runde von sogenannten Experten: zwei Politologen (mit bekannten ideologischen Neigungen) und einem Philosophen. Wenn man seriös über Demokratie und Markt diskutieren will, ist es eine unentschuldbare Unterlassung, keinen Ökonomen einzuladen. Der würde den stereotypen Generalisierungen von Philosophen und Politologen (zum Beispiel &#8220;Primat des Marktes über die Politik&#8221; oder die moralische Qualität von &#8220;Solidarität&#8221; in staatlichen Zwangs-Rentensystemen) bestimmt hie und da ein paar Fakten entgegenhalten und ein paar Dinge klarstellen. Es ist einfach fahrlässig, mit welcher Nonchalance diese &#8220;Experten&#8221; über wirtschaftliche Aspekte und Zusammenhänge, unbehelligt von der Moderation, unhaltbare Pauschalaussagen absondern.</span></div>
<div><span style="color: #000000;"> </span></div>
<div><span style="color: #000000;">Aber eben: Wenn schon in den Redaktionsstuben das Verständnis für die Denkweise, das analytische Instrumentarium und die fakten- und handlungsbasierte Perspektive der Ökonomie nicht vorhanden ist, was soll man anderes erwarten? Der einzige Trost: Kaum jemand hört sich solche Sendungen an, wohl höchstens Leute, die ohnehin schon an den ermüdenden &#8220;linksliberal-sozialdemokratisch-feministisch-urbanen&#8221; ideologischen Einheitsbrei von Radio DRS2 glauben. Warum meint man eigentlich bei DRS2, kritisches Radio bedeute immer nur Kritik an Markt und Privatwirtschaft? Hat man als Staatsmedium Angst vor Kritik an Staat und Politik? Nicht Kritik an Personen oder einzelnen Parteien, sondern an den Fehlleistungen von politischen Entscheidungsinstanzen ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit! Dazu hätten gerade Ökonomen viel zu sagen, weil nämlich die fruchtbarsten Beiträge zur Politikwissenschaft der letzten Jahrzehnte vor allem von ökonomischer Seite kamen. Einige Nobelpreise zeugen davon.</span></div>
<p><span style="color: #000000;">Gruss</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Hans Rentsch</span></p>
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		<title>SNB: Zurück zum Kerngeschäft</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 10:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Geld- und Währungspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als die Schweizerische Nationalbank im Frühling mit Unsummen am Devisenmarkt intervenierte, um den Euro-Kurs zu stützen, begründete sie dies mit der Sorge vor einer Deflation bei weiter steigendem Franken. Dass dabei auch schweizerische Exportinteressen eine Rolle spielten, konnte die SNB nicht zugeben, denn ihr Kerngeschäft ist die Erhaltung der Geldwertstabilität. Trotzdem war klar, dass der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als die Schweizerische Nationalbank im Frühling mit Unsummen am Devisenmarkt intervenierte, um den Euro-Kurs zu stützen, begründete sie dies mit der Sorge vor einer Deflation bei weiter steigendem Franken. Dass dabei auch schweizerische Exportinteressen eine Rolle spielten, konnte die SNB nicht zugeben, denn ihr Kerngeschäft ist die Erhaltung der Geldwertstabilität. Trotzdem war klar, dass der politische Druck der Exportindustrie auf die SNB deren Aktionen mitbeeinflusste. Das Problem ist, dass die SNB sich damit von ihrem Kerngeschäft entfernte, machte sie doch mit ihrem (gescheiterten) Versuch der Euro-Stützung zugleich auch (gescheiterte) Beschäftigungspolitik zugunsten von Exportbranchen.</p>
<p>Die Debatte um den Auftrag der SNB wurde in der Vergangenheit schon mehrfach geführt. Die hohe Reputation der SNB rührt bekanntlich daher, dass sie ausser dem Kernauftrag der Pflege der Geldwertstabilität nicht mit zusätzlichen wirtschaftspolitischen Zielsetzungen belastet wurde, die mit dem Kernauftrag in Konflikt geraten könnten.</p>
<p>Die enormen Devisenmarktinterventionen dieses Jahres sind aus drei Gründen zu kritisieren: Erstens ist bekannt, dass solche Interventionen längerfristig nichts bewirken. Zweitens ist die Begründung, eine Deflation abwenden zu wollen, unglaubwürdig. In einem Land, in dem etwa die Hälfte aller Preise nicht auf international offenen freien Märkten entstehen und deshalb jedes Jahr sicht- und spürbar praktisch alle Preise aufschlagen, bei denen es sich nicht um international handelbare Güter handelt, ist die Deflationsgefahr gering bis inexistent. Drittens ist der Versuch der Kursmanipulation in einem Land mit so enormen Handels- und Leistungsbilanzüberschüssen wie der Schweiz ökonomisch wenig plausibel. Die permanenten Überschüsse verweisen auf eine strukturell unterbewertete Währung. Dadurch leben die Schweizer, wie die Chinesen, permanent unter ihren Konsummöglichkeiten, d.h. auf einem tieferen Wohlstandsniveau als dem optimal möglichen. Eine Aufwertung des Frankens bedeutet einen steigenden Anspruch an das Welt-Sozialprodukt, weil Güter in fremden Währungen billiger werden und die Kaufkraft von Franken-Einkommen und -Vermögen steigt. Eine Abwertung entspricht dem Gegenteil. Auch aus dieser Warte sind die Interventionen der SNB als problematisch zu beurteilen.</p>
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		<title>Zurück in die Kriegswirtschaft! Ararpolitischer SVP-Knaller</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:03:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Fokus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die SVP fordert vom Bundesrat eine Abkehr von der heutigen Agrarpolitik und wird dabei konkret: Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln soll von heute knapp 60 Prozent wieder auf zwei Drittel erhöht werden. Die Formulierung „wieder auf zwei Drittel“ ist eine grobe Irreführung des Publikums. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Selbstversorgungsgrad stets zwischen 55 und 60 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die SVP fordert vom Bundesrat eine Abkehr von der heutigen Agrarpolitik und wird dabei konkret: Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln soll von heute knapp 60 Prozent wieder auf zwei Drittel erhöht werden. Die Formulierung „wieder auf zwei Drittel“ ist eine grobe Irreführung des Publikums. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Selbstversorgungsgrad stets zwischen 55 und 60 Prozent, jedoch kaum je darüber  -  selbst im Zweiten Weltkrieg zu Zeiten der zum bäuerlichen Mythos hochstilisierten Anbauschlacht.<br />
 <br />
Dieser Selbstversorgungsgrad konnte gehalten werden, obwohl die Bevölkerung stark wuchs und die landwirtschaftlich genutzte Fläche schrumpfte. Auf einer kleineren Fläche wurde immer mehr produziert. Dies war nur möglich, weil die Flächenproduktivität dank dem technologischen Fortschritt (wirksamere Produktionsmittel wie Dünger, Saatgut, Futtermittel, Maschinen sowie Zuchterfolge bei Tieren) enorm zugenommen hat. Zusätzlich brauchte es allerdings ein ausgebautes Agrarschutzregime mit hohen Importzöllen und auf die einheimische Produktion abgestimmten Importkontingenten, um diesen Selbstversorgungsgrad gegen wettbewerbsfähigere ausländische Agrarprodukte zu verteidigen.<br />
 <br />
Eine Erhöhung des Selbstversorgungsgrads auf etwa 67 Prozent bedeutet nichts anderes, als dass der nach wie vor hohe Agrarschutz wieder ausgebaut werden müsste. So fordert die SVP den Bundesrat auf, auf den weiteren Abbau der Importzölle zu verzichten. Mit ihrer Haltung stellt sich die SVP frontal gegen die agrarpolitischen Liberalisierungsziele der sogenannten Doha-Runde, die vor allem den armen Entwicklungsländern zugute kommen soll. Der Wohlstand der Schweiz beruht aber auf den Vorteilen eines möglichst freien Welthandels unter Regeln der Nichtdiskriminierung, die gleichermassen für grosse mächtige wie auch für kleine Länder gelten.<br />
 <br />
Der vergleichsweise niedrige Selbstversorgungsgrad ist leicht zu erklären: Die Schweiz verfügt als dicht besiedeltes und zur Hälfte von Bergen bedecktes Land im Ländervergleich über die weitaus kleinste intensiv nutzbare Agrarfläche pro Einwohner, nämlich 14 Aren. In Deutschland sind es mit 21 Aren 50 Prozent mehr, Frankreich kommt sogar auf 45 Aren pro Einwohner. Auf der beschränkten landwirtschaftlichen Nutzfläche produziert die schweizerische Landwirtschaft heute schon so intensiv, als ob Krieg wäre. Dies ist mit den Erwartungen der Bevölkerung an eine umweltfreundliche Landwirtschaft nicht vereinbar. Eine weitere Steigerung der Agrarproduktion würde die Verfassungsziele einer „multifunktionalen“ Landwirtschaft zudem arg strapazieren.</p>
<p>Völlig absurd ist das bei bäuerlichen Interessenvertretern beliebte Argument, der hohe Importanteil von rund 40 Prozent beweise, dass die Schweiz für Agrargüter offene Grenzen habe. Auch wenn einige Güterkategorien im Rahmen der Bilateralen Abkommen mit der EU liberalisiert worden sind (verarbeitete Nahrungsmittel, Käse), gehört die Schweiz weiterhin zu den Ländern mit hohem Grenzschutz durch Zölle und Kontingente.<br />
 <br />
Mit ihrer Forderung nach einem höheren Selbstversorgungsgrad könnte die SVP erneut versuchen, die bürgerlichen Parteien FDP und CVP in die Enge zu treiben. Welcher Nationalrats-Kandidat, welche Kandidatin der Mitteparteien wird es ein Jahr vor den Wahlen schon wagen, die bäuerliche Wählerschaft zu vergraulen! Diese bäuerliche Wählerschaft rekrutiert sich nämlich nicht nur aus der stark geschrumpften bäuerlichen Bevölkerung. Auch ein beträchtlicher Teil des agrarpolitisch ahnungslosen Stimmvolkes sympathisiert mit den Bauern. Schlagwörter wie „Selbstversorgung“ und „Ernährungssouveränität“ kommen in der Schweiz mit ihrem Autonomie-Mythos bei vielen Leuten gut an.</p>
<p>Dabei müssten sich CVP und FDP über den Steilpass der SVP eigentlich freuen, ist es doch leicht, den agrarpolitischen Knaller der SVP mit sachlichen Argumenten zum Rohrkrepierer werden zu lassen. Die Aussichten dazu stehen leider schlecht, haben doch weit über hundert Parlamentarier einen Vorstoss des Bauernverband-Direktors, Nationalrat Bourgeois, unterzeichnet, der verlangt, einen Mindest-Selbstversorgungsgrad ins Landwirtschaftsgesetz aufzunehmen. Damit würde der Selbstversorgungsgrad nicht nur Dreh- und Angelpunkt der künftigen Agrarpolitik, sondern dieser könnte auch die gesamte schweizerische Aussenwirtschaftspolitik im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO lähmen. Das Schlagwort „Kein Bauernopfer!“, mit dem bäuerliche Interessenvertreter gegen die WTO-Liberalisierung Stimmung machen, erhielte dadurch eine neue Bedeutung: Wie lange sind schweizerische Steuerzahler und Konsumentinnen noch willens, milliardenschwere Opfer zu erbringen für den kostspieligen Agrarschutz, der die überfällige Lösung der Strukturprobleme der Schweizer Landwirtschaft nur weiter verzögert?</p>
<p><em>Dieser Text erschien in leicht redigierter Form in der &#8220;Weltwoche&#8221; Nr. 35 vom 2. September 2010</em></p>
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		<title>Die Spielzeug-Autos des WWF</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 09:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Klima und Kyoto]]></category>

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		<description><![CDATA[In der politischen Debattiersendung „Arena“ des Deutschschweizer Fernsehens vom 28. Mai 2010 warb der WWF-Vertreter Patrick Hostetter mit zwei Spielzeugautos für tiefe CO2-Emissionsgrenzwerte bei Personenwagen. Er zeigte zwei identisch aussehende Miniatur-PKW derselben Marke mit dem gleichen Raumangebot und wies auf den grossen Unterschied beim CO2-Ausstoss hin. Während das erste Modell gegen 200g CO2/km produziere, komme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der politischen Debattiersendung „Arena“ des Deutschschweizer Fernsehens vom 28. Mai 2010 warb der WWF-Vertreter Patrick Hostetter mit zwei Spielzeugautos für tiefe CO2-Emissionsgrenzwerte bei Personenwagen. Er zeigte zwei identisch aussehende Miniatur-PKW derselben Marke mit dem gleichen Raumangebot und wies auf den grossen Unterschied beim CO2-Ausstoss hin. Während das erste Modell gegen 200g CO2/km produziere, komme das zweite Modell nur auf knapp 130g/km. Zudem sei das umweltfreundliche Modell erst noch rund CHF 15&#8217;000 billiger als das andere. Die Kernaussage lautete, es sei also kein Problem, beim individuellen Personenverkehr durch tiefe gesetzliche Grenzwerte CO2 einzusparen. </p>
<p>Diese medienwirksame Demonstration des WWF-Vertreters wirft zwingend eine interessante Frage auf. Weshalb kaufen viele mündige Menschen das beträchtlich teurere Auto mit dem hohen CO2-Ausstoss? Interessant ist diese Frage vor allem auch deshalb, weil sie das mangelnde Verständnis von Herrn Hostettler (wie vieler anderer Leute mit Einfluss) für ökonomisches Denken illustriert. Was der WWF-Vertreter nämlich verschwieg, jedoch aus dem Preisvergleich sofort abzuleiten war: Das billigere und umweltfreundlichere Auto ist mit einem schwächeren Motor ausgerüstet. Damit ist stets auch eine weniger aufwendige Austattung des gesamten Fahrzeugs verbunden. Bestimmt ist das schwächere Fahrzeug auch leichter. Es gibt somit zwischen den beiden Fahrzeugen deutliche Unterschiede, die aber durch das gleiche Aussehen der Spielzeugautos von Herrn Hostettler einfach verwischt wurden. Mit diesen Unterschieden lässt sich begründen, weshalb es für das stärkere und teurere Auto überhaupt einen Markt gibt. Die Käufer werten den Zusatznutzen höher als die Mehrkosten. Wer die Nutzenunterschiede zwischen den beiden Autos einfach ausblendet, verkennt deren volkswirtschaftliche, d.h. wohlstandsoptimierende Bedeutung und gelangt politisch zu falschen Schlüssen  &#8211;  nämlich zu staatlichen Geboten und Verboten.</p>
<p>Den wesentlichen Punkt verschwieg der WWF-Vertreter: Von zwei Autos mit gleicher Motorenleistung muss dasjenige teurer sein, das den niedrigeren CO2-Ausstoss hat. Technologischer Fortschritt in Form einer Effizienzsteigerung (tieferer Verbrauch bei gleicher Leistung) ist nicht gratis zu haben. Will also ein Käufer eine bestimmte Motorisierung seines Wagens, hat er die Kriterien Preis und Umweltfreundlichkeit gegeneinander abzuwägen.</p>
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		<title>Systematik der Klimaskepsis</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 14:01:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Rentsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Klima und Kyoto]]></category>

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		<description><![CDATA[Hitzige Diskussionen um den UNEP-Weltklimarat IPCC sorgten in letzter Zeit für beträchtliche Verwirrung. Die Kritik an der Arbeit des IPCC und führenden Klimaforschern erreichte im Gefolge der sogenannten „Climategate“-Affäre einen Höhepunkt. An einem renommierten englischen Klimaforschungsinstitut gab es im November 2009 ein Leck im Mailverkehr. Daraus ging unter anderem hervor, dass leitende Autoren von Studien, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hitzige Diskussionen um den UNEP-Weltklimarat IPCC sorgten in letzter Zeit für beträchtliche Verwirrung. Die Kritik an der Arbeit des IPCC und führenden Klimaforschern erreichte im Gefolge der sogenannten „Climategate“-Affäre einen Höhepunkt. An einem renommierten englischen Klimaforschungsinstitut gab es im November 2009 ein Leck im Mailverkehr. Daraus ging unter anderem hervor, dass leitende Autoren von Studien, die in IPCC-Berichten von zentraler Bedeutung sind, Klimaskeptikern systematisch die Einsicht in Temperaturmessdaten und in die Herleitung Temperaturrekonstruktionen verweigert hatten. Zudem kamen immer mehr zweifelhafte Aussagen in IPCC-Berichten ans Tageslicht.</p>
<p>Die Auseinandersetzungen zwischen „IPCC-treuen“ Klimaforschern und Kritikern wurden im Zuge dieser Ereignisse immer heftiger. Schon vorher zeigte die Klimadebatte allerdings Anzeichen einer fragwürdigen Diskussionskultur. Davon zeugt zum Beispiel die diffamierende Bezeichnung von Klimaskeptikern als „Klimaleugner“. Gegen die allgemeine Verwirrung um die diffuse Bezeichnung Klimaskeptiker hilft eine „Systematik der Klimaskepsis“ in tabellarischer Form.</p>
<p><a href="http://www.e-fws.org/wp-content/uploads/2010/04/tabelle_klimaskepsis2_pdf1.pdf"><strong>Tabelle Klimaskepsis</strong></a></p>
<p>Die Tabelle ist von links oben nach rechts unten zu lesen. Ganz links befindet sich die Gruppe, die von Gegnern als „Klimaleugner“ abgestempelt wird. Ganz rechts sind die Klimapolitik-Skeptiker angesiedelt &#8211; eine Gruppe, in der Ökonomen eine Hauptrolle spielen.</p>
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