Verantwortungsloses Geplänkel um die 11. AHV-Revision

17. Februar 2009 | Von | Kategorie: Sozialpolitik

In Bern feilscht man end- und bisher ergebnislos um die kosmetischen Reförmchen der 11. AHV-Revision. Die Angst vor einer zweiten Referendumsniederlage führt zu grotesk opportunistischen Verrenkungen. Dieses unsägliche und zeitraubende Geplänkel um eine Minireform erscheint im Lichte einer neuen Studie der Universität St.Gallen für das seco nicht anders als verantwortungslos.

Die Studie schätzt aufgrund von Modellrechnungen, dass die Kaufkraft der Bevölkerung ohne AHV-Reformen bis 2050 um 20 Prozent sinken wird. Um diese äusserst ungünstige Entwicklung zu mildern, könnte das offizielle Rentenalter auf 68 Jahre erhöht werden. Damit liesse sich der Kaufkraftverlust jedoch nur um rund die Hälfte reduzieren. Deshalb empfehlen die Autoren der St.Galler Studie weitere, teilweise radikale Massnahmen, um das wichtigste Sozialwerk der Schweiz langfristig nachhaltig zu gestalten. Insbesondere müssten all die falschen Arbeitsanreize beseitigt werden, die zu Frühpensionierungen motivieren. Die Forderungen der zahlreichen AHV-Populisten (und Populistinnen) im Rahmen der 11. AHV-Revision widersprechen den Erkenntnissen der St.Galler Ökonomen diametral.

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